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MisterM
20.04.2004 18:22

Ich bin dafür!!! Weil das einfach ne wunderschöne gute regelung ist *ironie*

JacobiMC
20.04.2004 17:13
1Sonnenstrahl,5.01.2004 13:54 schrieb:

Also muss man bis 14Jahre in Begleitung eines Erwachsenen ab 20Uhr auf die Straße gehen?????

Also, ich denke mal die eltern sind mehr dagegen als die Kinder.

Stellt euch mal diese Situation aus der Sicht eines Vaters an.

Sohn: Papa, ich geh mal kurz zu Marcel rüber.

Vater: Ok, aber ich komme mit!!!

Sohn: Aber warum??? blink

Vater: Ja, du weißt doch, du könntest jemanden bestehlen oder Überfallen!!!!!!!!!!!

Deswegen, finde ich das ziemlich bescheuert!!!

<img src='sources/mods/schildsmiley/schildsmiley.php?smilienummer=2&text=Ich bin dagegen!!!' border='0' alt='Ich bin dagegen!!!' />

Ritschl
20.04.2004 16:46

so ein bullshit!!!wo führt des hin nur lauter streber???
naja find ich scheiße oder endlich 14 jährige freie zone, wär für mich eh net schlimm


erst denken, dann posten...
@menti, jo ich weiß auch, es gibt sicher einige, die nie irgendwelche probleme bereiten und durch solche gesetze jetzt eingeschränkt werden würden. Aber wie soll man dieses Problem in den Griff bekommen?
Ich finde es jedenfalls Verantwortungslos wegzuschauen und die Probleme bei den Eltern abzuwälzen.

somit finde ich so ein gesetz immer noch besser, als tatenlos zusehen wie sich die kleinen ihre zukunft verbauen. Aber genug, ich kann ja doch keinen 14 jährigen davon überzeugen biggrin

cya Ritschl

Gast_jule
20.04.2004 14:32

:flaming: so ein bullshit!!!wo führt des hin nur lauter streber???
naja find ich scheiße oder endlich  14 jährige freie zone, wär für mich eh net schlimm

OnkelRudolf
22.03.2004 23:12

Mir kann auch egal sein B) aber jede Wette, dass sich alle 14jährigen total drüber aufregen, mir sollte es nur zu recht sein ...

Menti
22.03.2004 19:23

Das ist mal wieder der Beweis dafür, dass die Erwachsenen ihren Kinder nicht mehr trauen können, da es unter uns Kleineren zu einer Art Mode geworden ist, zu Rauchen, Trinken oder Schlimmeres zu machen.
Tja, ich denke das san die Konsequenzen und es ist mal wieder so, dass alle dafür dran schulde san und alle des betrifft aber wie soll man das hier machen  :heulen:

mobbly
12.03.2004 22:40

wen plagt denn sowas?? WENN dich die polizei erwischt, dann bringt sie dich nur nach hause ohne irgentwas aufzuschreiben und das einzige was meine mutter nerven würde is das sie aufgeweckt wurde!


und wenn man sich ein wenig geschickt anstellt wenn man draußen is, dann bemerkt die polizei auch nixx! :duspinnst:

Mr. Anderson
12.03.2004 20:19

aha :huh:

Ronny
12.03.2004 13:49

jeder ist selbst dafuer verantwortlich ob er ernst genommen wird oder nicht...


bye Ron

Mr. Anderson
08.03.2004 19:26

Hallo zusammen,

an sich dachte ich, dass ich mit meinem letzten Posting alles gesagt hätte, was ich dazu vorbringen wollte. Aber in einigen wesentlichen Punkten scheine ich missverstanden worden zu sein.

@1Sonnenstrahl: Ich selbst habe nie 'geschnippelt'. Ich bin nur vielen begegnet, die das machen. Mir geht's inzwischen ganz gut. Es sind nur ein wenige Wochen im Jahr, in denen mich manche Dinge wieder einholen. Aber lang nicht mehr so schlimm.

@Ritschl: Warum bitte sollen Kinder bsi 14 Jahren denn nicht nach 20 Uhr draußen sein? Warum soll ihre Freiheit per Gesetz grundsätzlich beschränkt werden? Das ist ungerecht.
Und was soll das mit der 'Autorität der Eltern' - Wenn Eltern der Erziehung nicht gewachsen sind - was bringt es da, die Freiheiten der Kinder weiter einzuschränken?

Natürlich ist es Aufgabe der Eltern eine Lösung zu finden, aber wahrscheinlich sind die Eltern damit überfordert. Und warum begehen Kinder in so einem Alter Straftaten? Klar, um auf sich aufmerksam zu machen, damit ihnen jemand Beachtung schenkt. Es ist ein Hilfeschrei, genau wie dein Posting Mr Anderson. Hilfe sehe ich aber nicht in der Bestrafung, denn in so einem Alter gibt es meiner Meinung nach noch eine große Chance dass das Kind wieder in die richtige Bahn kommt.

Aha, der Experte spricht. Ich verbitte mir das.

Was schreib ich hier weiter? Du nimmst mich sowieso nicht Ernst.

Ritschl
12.01.2004 14:34

Hi Mr Anderson, also du hast das Thema toll an dich gerissen, und du scheinst ja einiges durchgemacht zu haben, aber was hatte das mit dem Gesetz zu tun?

Die armen Eltern, die jeden Tag den Abend für eins der drei Kinder investieren sollen. Ahem. Nicht, dass ich nicht denke, dass Eltern für ihre Kinder da sein sollten - aber ich kann mir vorstellen, dass die vielleicht auch mal nen Abend für sich haben möchten

und meine Frage, was will so ein(e) kleiner/kleine nach 20 Uhr draußen is ja immer noch nicht geklärt. Dann erübrigt sich diese Bemerkung. Das hat nichts mit Ungerechtigkeit zu tun, für mich ist es einfach Tatsache, das man nach 20 Uhr sowieso nichts sinnvolles mehr draußen anstellen kann.

Wir sind doch drauf aufmerksam geworden. Und ich denke, mindestens 20%-30% der Bevölkerung hat sich bereits genau das Gleiche gedacht. (und den Rest interessiert's nicht)

toll, welch eine Logik. Auf die Situation aufmerksam zu werden, dass etwas nicht stimmt, das bringt keinem was. Jeder kann das ja auch an Statistiken usw ablesen. Wenn, dann muss man auf die Ursache aufmerksam werden, also auf die Problemfelder, wie zum Beispiel die Familie. Und durch so ein Gesetz könnte man meiner Meinung nach schon früh erkennen, ob das Kind in einer überforderten Familie aufwächst. Ich betone nochmals das Gesetz soll ja nur eine Unterstützung der Autorität der Eltern sein, weil die Eltern durch die zunehmend lockere Erziehung mit den pupertären Problemen der Kinder/Jugendlichen überfordert sind.

Es ist Aufgabe der Eltern, eine Lösung zu finden. Und wenn das Vertrauen des Kindes in die Eltern nicht gestört wurde, gibt es da auch Wege, meist ohne Strafe. Wenn öffentliche, schwerwiegende Delikte begangen werden, hat die Öffentlichkeit ein begründetes Interesse. Z. B. schwerer Diebstahl, Körperverletzung usw. - da ist auch meist im Elternhaus irgendwas nicht in Ordnung und das Verbrechen ist nur der Höhepunkt einer Folge von sehr negativen Ereignissen. Letztlich halte ich eine Strafe für solche Verbrechen durchaus nicht unangemessen.

Natürlich ist es Aufgabe der Eltern eine Lösung zu finden, aber wahrscheinlich sind die Eltern damit überfordert. Und warum begehen Kinder in so einem Alter Straftaten? Klar, um auf sich aufmerksam zu machen, damit ihnen jemand Beachtung schenkt. Es ist ein Hilfeschrei, genau wie dein Posting Mr Anderson. Hilfe sehe ich aber nicht in der Bestrafung, denn in so einem Alter gibt es meiner Meinung nach noch eine große Chance dass das Kind wieder in die richtige Bahn kommt.

Zu welcher Uhrzeit passierte es? Irgendwann am frühen Nachmittag, genauso wie diese Verbrechen immer über den ganzen Tag verteilt sind. Sollen jetzt Kinder und Jugendliche gar nicht mehr ohne Aufsicht sich bewegen dürfen? Und wer sagt, dass nicht gerade die Aufsicht ein Täter ist?

Klar passieren auch Verbrechen tagsüber, aber was hat das mit dem Gesetz zu tun? Das Gesetz sagt ja nicht, dass nach 20 Uhr Kinder unter 14 Verbrechen begehen, sondern einfach, dass normalerweise Kinder um diese Zeit nichts mehr auf der Straße zu suchen haben. Und dieser Quatsch "sollen sich Kinder gar nicht mehr ohne Aufsicht auf den Straßen bewegen dürfen" ehrlich was soll das? Du stellst das Problem ja fast so dar als würde man hier ein Kind in seinen Menschenrechten verletzen, so als wäre es normal, dass ein Kind in diesem Alter nach 20 Uhr draußen ist und es nun wie ein Hund nur noch Gassi geführt werden darf. *kopfschüttel*

Tagsüber kann doch jedes Kind machen was es will (sehr mit Vorsicht zu genießen, diese Aussage gw_smiley_zwinkern) und die Tatsache, dass tagsüber auch Verbrechen passieren liegt auch wieder daran, dass heute viele Jugendliche in ihrer Freizeit nichts tun haben und nichts mit sich anzufangen wissen. Ich weiß nicht warum man die Jugend nicht mehr für Vereine begeistern kann, wie zum Beispiel Fußball, Handball usw. Da haben die Kinder ein Hobby eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und hängen nicht auf der Straße rum mit der Zigarette in der Hand.

Man sollte wieder mehr die Jugend für eine sinnvolle Freizeitgestaltung begeistern, dann kommen sie auch nicht so schnell auf dumme Gedanken.

Zum Schluss nochmal die Frage, was macht man als Kind nach 20 Uhr draußen auf der Straße? 


PS: Das mit deinen eigenen Problemen Mr. tut mir sehr leid und ich glaube auch, da liegt ebenfalls ein Problem in der Familie. Falls dir Gespräche weiter helfen, kannst mir auch gern ne EMail schreiben.

Cya Ritschl

1Sonnenstrahl
12.01.2004 03:10

Hy Mr Anderson,

was du geschrieben hast, hat mich doch sehr nachdenklich werden lassen.
Dein Beitrag  ist wie ein Schrei einer verwundeten Seele (Körper)
die  es geschafft hat sich aus diesem ganzen Trauma zu lösen.

Von 9 - 16 Jahren ist eine verdammt lange Zeit!
Das du es mit 17 geschafft hast, zwar nicht durch die Therapie,
sondern durch deine eigene Willenskraft finde ich echt enorm.

Kompliment - es werden bestimmt immer wieder dunkle Stunden
gekommen sein, wo du am liebsten aufgegeben hättest.

Eins habe ich aber in deinem Beitrag vermisst, deine Eltern.
Du schreibst zwar das du lange wegbleiben durftest, so ab 12 Jahren;
aber dass deine Eltern garnichts gemerkt haben erstaunt mich doch etwas.
Deine ganze Wesensart muß sich doch vollkommen verändert haben,
denn so gut verstellen kann man sich nicht jeden Tag.
Das sie da nicht etwas unternommen haben um dir zu helfen
diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Wie war das zBspl. im Schwimmbad; da fallen doch schon geringfügige
Verletzungen auf, oder beim Sport in der Schule oder Verein,
ein(e) LehrerIn oder ÜbungsleiterIn hätte doch was sehen müssen.

Vielleicht hättest du dann die Chance gehabt, dich früher aus diesem
Teufelskreis lösen zu können.

Jetzt kann ich garnichts mehr zum 20.00 Uhr Thema schreiben, bin ja irgendwie
richtig ..... (mir fehlen die Worte)

Ich wünsche dir für dein weiteres Leben ganz viel Kraft, Stärke und Glück!!


LG 1 Sonnenstrahl

Mr. Anderson
12.01.2004 01:33

Danke für das Kompliment. Eine Lösung, die sich in wenigen Sätzen konkretisieren lässt, habe ich nicht. Ich denke, es gibt sie nicht. Fundamentale Änderungen sind notwendig. Die Mitglieder in und außerhalb unserer Gesellschaft, sofern man noch von Gesellschaft reden kann, müssen sensibilisiert werden. Gesetze bringen da gar nichts. Wir bekommen ständig einsuffliert, dass materielle Dinge so wichtig sind. Das wir immer in einem ständigen Wettkampf untereinander stehen. Wer nicht besser ist, ist schlechter, wer schlechter ist schlecht und damit wertlos. Wir stumpfen ab und andere übernehmen für uns das denken. DAS muss sich ändern.
Ich meinte, ich hätte die Idee dieses Gesetzes mit der Analogie zum Arzt schon genug auseinandergenommen. Ich sehe da einfach keinen Sinn drin. Was soll das? Da zwingt man alle Kinder und Jugendlichen unter 14 daheim zu bleiben oder nur mit Eltern rauszugehen. Eine Zumutung für die Kinder und für die Eltern. Ich stell mir vor, als ich so zwölf war - wär das peinlich gewesen mit Mutter oder Vater im Schlepptau. Umgekehrt: Die armen Eltern, die jeden Tag den Abend für eins der drei Kinder investieren sollen. Ahem. Nicht, dass ich nicht denke, dass Eltern für ihre Kinder da sein sollten - aber ich kann mir vorstellen, dass die vielleicht auch mal nen Abend für sich haben möchten. Das führt nicht nur zu Streitereien, da is niemand glücklich, egal was bei rauskommt. Also ne, je mehr ich drüber nachdenke, desto schwachsinniger erscheint mir dieser Vorschlag.

Ich hab doch auch schon zig mal geschrieben, es geht doch nicht darum, dass Kinder kriminell sind, wenn sie nach 20 Uhr draußen sind, oder dass sie dann zu kriminellen Taten neigen und dass das Hauptproblem an der Familie und am Umfeld liegt.
Aber wie soll man auf dieses Problem aufmerksam werden?

Wir sind doch drauf aufmerksam geworden. Und ich denke, mindestens 20%-30% der Bevölkerung hat sich bereits genau das Gleiche gedacht. (und den Rest interessiert's nicht)

Und die Kleinen für Straftaten bestrafen? Find ich auch falsch. Wenn man unter 14jährige für Straftaten verantwortlich macht, dann ist es vorbei, der wird dann sicher nichts mehr aus seinem Leben machen können. Das finde ich persönlich viel schlimmer.

Es ist Aufgabe der Eltern, eine Lösung zu finden. Und wenn das Vertrauen des Kindes in die Eltern nicht gestört wurde, gibt es da auch Wege, meist ohne Strafe. Wenn öffentliche, schwerwiegende Delikte begangen werden, hat die Öffentlichkeit ein begründetes Interesse. Z. B. schwerer Diebstahl, Körperverletzung usw. - da ist auch meist im Elternhaus irgendwas nicht in Ordnung und das Verbrechen ist nur der Höhepunkt einer Folge von sehr negativen Ereignissen. Letztlich halte ich eine Strafe für solche Verbrechen durchaus nicht unangemessen. Natürlich in ganz anderem Maß. Aber so, dass sich das Kind vollwertig fühlen kann. Woher kommt wohl dieses "mich kann sowieso keiner belangen"? Das klingt doch, als ob derjenige die Hoffnung aufgegeben hat, für voll genommen zu werden. In solchen Fällen sollte auch unbedingt untersucht werden, was die Hintergründe sind...

Naja, und das mit den betroffenen Hunden trifft auf mich eher nicht so zu... Ich bin immerhin 20. Aber was hab ich damals gemacht? Nun, bis ich so 11 oder 12 war, wollten meine Eltern, dass ich bis 20:00 Uhr daheim bin. Manchmal auch länger. So mit 12 war das dann lockerer und ich hatte innerhalb des Rahmens des Jugendschutzgesetz normalerweise keine Grenzen. Leider war das für mich uninteressant, da ich in der Zeit immer weniger unternahm und immer mehr daheim in einem Schneckenhaus blieb. Warum?
Ich bin ein Überlebender. Ich war 9 als es passierte. Daher weiß ich, wovon ich rede, wenn ich sage, dass die Zahlen oben stimmen dürften. Ich habe mich gezwungenermaßen lange mit all dem auseinandergesetzt. Und es sind so viele Opfer. So unendlich viele Gepeinigte. Die Qualen jener sind nicht zu beschreiben. Wisst ihr, was eine neue Volkskrankheit ist? Schnippeln; auto-agressives Verhalten. Menschen, die meist eine oder mehrere derartige Katastrophen in ihrem Leben zu verzeichnen haben, fangen oft an, sich selbst zu verletzen. Die meisten schlitzen sich die Haut auf. Meist an Armen und Beinen. Aber dort möglichst unaufällig. Andere reisen sich Haare aus. Wieder andere fügen sich Verbrennungen zu oder drücken sich die Augen ein. Diese Selbstverletzung ist eine Linderung von Schmerz, eine kurzzeitige Linderung von Qualen, ein kurzes gutes Gefühl, wie ein Schuss Heroin, eine kurzes Vergessen, Glück, es macht süchtig. In wachem Zustand kreisen ständig dieselben Gedanken. Darunter ein Konflikt: Schnippeln oder nicht Schnippeln? Nachts gibt es nur Alpträume. Träume davon, was passiert ist, davon sich jetzt Finger oder Zehen abzuschneiden. Nicht selten ist dies in Kombination mit Bulimie - Magersucht mit selbst herbeigeführtem regelmäßigen Erbrechen. Nur wenige schaffen, das Schweigen zu brechen, eine Therapie zu machen, noch weniger den Ausstieg zu schaffen. Alle verstümmeln sich auf diese Weise mit der Zeit.Viele bringen sich irgendwann um.
Aber was bei mir war? Als ich 16 war, fing an alles, auseinanderzubrechen. Mein Schneckenhaus hielt nicht mehr stand. Ich erinnerte mich an das so lange Vergessene, das erfolgreich Verdrängte, an das, was passiert war, ich fing an, an mir zu zweifeln. Habe ich mich überhaupt "normal" entwickelt? Sieben Jahre ohne ins Reine zu kommen damit? Habe ich meine Pubertät "normal" durchlebt? Ich hatte bisher keine Freundin. Auch kein wirkliches Interesse, wollte keinem Menschen nahestehen und meine Sexualität habe ich bis dahin abgelehnt... Opfer werden überdurchschnittlich häufig zu Tätern - um Dinge zu verarbeiten. Kann ich mich zu so jemanden entwickeln? Nein, wieso denn? Woher sollte das jetzt kommen? Ich bin doch harmlos, eigentlich ganz nett. Aber was ist in ein paar Jahren? Schlummert da vielleicht etwas in mir, dass ich vielleicht nicht unter Kontrolle habe? Nein, das ist nicht so. Aber woher will ich das wissen?
Ich hatte einen Ekel vor dem Täter und vor mir. Ich hatte das Gefühl, dass er mich "infiziert" hat. Und nun manifestierte ich dieses Täterbild an mir. Ich wusste nichts mehr. Ich hatte Angst vor mir selbst. Es trieb mich in den Wahnsinn. Wenn ich irgendwo ein Kind sah, dachte ich nur noch: "Bleib von mir weg. Ich will nichts mit dir zu tun haben." Das mag komisch wirken, für jemanden, der sowas nicht erlebt hat. Natürlich bestand nie eine Gefahr, das ich zum Täter hätte werden können. Aber ich suchte an mir nach Indizien, die ich so auslegen könnte. Ich zweifelte an mir nicht nur, ich traute mir nicht im Entferntesten. Jede Nacht diese Alpträume. Angst zu schlafen, Angst aufzustehen. Wenn meine Ängste mir eine Pause gönnten, war ich depressiv. Überhaupt überwogen anfangs noch die Depressionen. Aber irgendwann Angst aus dem Haus zu gehen, Angst andere Menschen zu treffen, sogar Familie und Freunde, Angst, von mir könnte eine Gefahr ausgehen, ich hatte Angst vor allem, vor mir selbst und hasste mich. Ich hatte nur noch Angst. Ich machte mir alles schlecht, gönnte mir gar nichts. Ich hab mir, so lange es ging, nichts anmerken lassen. Habe etwas Hilfe im Netz gefunden. Irgendwann befand ich nur noch zwischen Leben und Tod. In meinen Träumen und meinen Gedanken habe ich mich so oft umgebracht und oft habe ich es auch beinahe gemacht. Stand vor 30 Metern Tiefe. Einfach fallen lassen. So oft hatte ich ein Messer in der Hand. Einfach einmal lang, sauber schneiden. Einfach alle Tabletten nehmen. Einfach den Fön ins Wasser fallen lassen... Reden kann helfen. Freunde halfen mir ein wenig. Am meisten jene mit ebenso großen Problemen. Ein Kumpel spielt auch heute manchmal noch mit dem Tod. Eine Freundin hatte eine ähnliche Erfahrung wie ich. Mit 17 hab ich jedenfalls eine Therapie gemacht. Im Nachhinein muss ich sagen: Die Therapie an sich hat mir gar nichts gebracht. Dafür umsomehr die Tatsache, dass ich sie gemacht habe. Jedenfalls habe ich sie erfolgreich abgeschlossen. Es war ein harter, steiniger Weg. Ich lernte, den Täter zu hassen, wieder etwas Selbstvertrauen aufzubauen. Der Täter ist leider nicht mehr greifbar. Der Bastard hat nie eine Strafe bekommen.

Zu welcher Uhrzeit passierte es? Irgendwann am frühen Nachmittag, genauso wie diese Verbrechen immer über den ganzen Tag verteilt sind. Sollen jetzt Kinder und Jugendliche gar nicht mehr ohne Aufsicht sich bewegen dürfen? Und wer sagt, dass nicht gerade die Aufsicht ein Täter ist?

Und deswegen: tolle Idee, die Ausgangssperre nach 20 Uhr. Echt super!

Ritschl
11.01.2004 23:59

Kompliment an dein langes Posting Mr. Anderson, aber irgendwie stand da keine Lösung, geschweige denn eine ernsthafte Entwertung der Idee dieses Gesetzes?

Ich hab doch auch schon zig mal geschrieben, es geht doch nicht darum, dass Kinder kriminell sind, wenn sie nach 20 Uhr draußen sind, oder dass sie dann zu kriminellen Taten neigen und dass das Hauptproblem an der Familie und am Umfeld liegt.
Aber wie soll man auf dieses Problem aufmerksam werden?

Und die Kleinen für Straftaten bestrafen? Find ich auch falsch. Wenn man unter 14jährige für Straftaten verantwortlich macht, dann ist es vorbei, der wird dann sicher nichts mehr aus seinem Leben machen können. Das finde ich persönlich viel schlimmer.

Und noch ne Frage, weil ja getroffene Hunde bellen stimmts? Was macht man denn als unter 14jähriger in der Woche nach 20 Uhr draußen? Freunde besuchen?
würd mich echt mal interessiern...

cya Ritschl

Mr. Anderson
11.01.2004 22:31

Dann geb ich auch meinen Senf dazu (Ernunwieder)...

Also wir haben da anscheinend ein Problem mit kriminellen Jugendlichen. Zunehmend Strafunmündige. Und wann geschehen Verbrechen? Wenn's dunkel ist. Das ist nachts. Also müssen wir nur diese kriminellen Kinder nach 20 Uhr von den Straßen haben oder genau beaufsichtigen lassen. Denn, wenn Kinder nach 20 Uhr ohne Aufsicht noch auf die Straße gehen, begehen sie Verbrechen. Sie begehen Verbrechen, wenn sie nach 20 Uhr draußen sind. Sie begehen Verbrechen, weil sie nach 20 Uhr draußen sind. Sie begehen Verbrechen,  indem sie nach 20 Uhr draußen sind. Kinder sind Verbrecher und dürfen nachts nicht von der Leine sonst sind die Erwachsenen nicht sicher. Die Kinder sind unsere Feinde.

Nein, mal im Ernst. Es gibt ein Jugendschutzgesetz. Das ist gut. Aber das da ist nicht zum Schutz, sondern zur Schikane als Folge von Bequemlichkeit. Nach anderen Lösungen zu suchen, hieße ja, dass man recherchieren und nachdenken muss. Aber das kostet Zeit und Geld. Und das kann man ja nicht verlangen, wo unsere Politiker doch so wenig Zeit haben und so schlecht verdienen. Und um den Rat einer echten Experten-Gruppe zu holen, wäre ja Geld notwendig. Aber das gibt's ja nicht und so wird im Nebel gestochert und werden Symptome bekämpft.
Das ist wie wenn ein Arzt pfuscht: Da kommt ein Patient mit starken Schmerzen in Brust und linkem Oberarm und der Arzt verschreibt ein Schmerzmittel und schickt ihn wieder weg... und dann wundert man sich, warum er noch am selben Tag stirbt.
Da kann doch was nicht stimmen, wenn Kinder kriminell werden. Das Ausgehverbot soll wohl nicht ernsthaft die Antwort sein auf die offensichtlich nicht gestellte Frage: "Warum?"
Meine lieben Konservativen, was sagen eigentlich die Betroffenen dazu? Wie? Die haben sie gar nicht gefragt? Nett...
Ich bin der Meinung, dass ein Mensch für seine Taten verantwortlich ist. Speziell Kindern kann es aber durch das Umfeld leichter oder schwerer gemacht werden, sich in ein soziales Umfeld einzupassen. Und wenn ihnen nicht im ganz jungen Alter beigebracht wird, was Verantwortung ist, simmt was nicht. Die 14-jährigen sind heute meist reifer als in der Vergangenheit. Und trotzdem werden sie häufig nicht Ernst genommen.
Das fängt schon bei Kleinigkeiten an: Schach ist mein Hobby - und ich sehe nur allzu oft, wie eigentlich gute erwachsene Spieler sogar bei großen Turnieren von Grundschülern besiegt werden, weil sie maßlos unterschätzt werden.
Was läuft schief, dass aber immer jüngere Menschen Straftaten begehen. Ihnen ist doch klar, dass sie sich so aus Gesellschaft ausgrenzen. Man kann den Schluss ziehen, dass sie auch vor einer Straftat nicht wirklich integriert waren. Ursachen? Fehlende Erziehung. Kaputte Familien. Geschiedene Eltern. Vernachlässigung. Misshandlungen. usw. - und das alles ohne dass diese Probleme und jene, die daraus folgen, gelöst werden. Im Gegenteil: sie werden nicht wahrgenommen oder gar ignoriert...

Das, wo alle wegschauen:

Wissenschaftlich gesichert gilt heute jedoch durch zahlreiche Untersuchungen in Amerika und Europa:

Jedes 3./4. Mädchen      und
Jeder 7./8. Junge

wird sexuell missbraucht. Hierunter fallen Kinder bis zum Alter von 14 Jahren und Jugendliche bis 18 Jahren, sofern sie als Schutzbefohlene (Stief-, Pflege-Kinder, SchülerInnen, PatientInnen usw.) gelten.

Quelle:
-->Linktitel: www.bundesarbeitsgemeinschaft.de (Links sind aus rechtlichen Gründen nicht klickbar)
-->Link: 'http://www.bundesarbeitsgemeinschaft.de/opfer.htm'

nehmen wir mal diesen Erfahrungsbericht eines Betroffenen:
-->Linktitel: trotz-allem.de (Links sind aus rechtlichen Gründen nicht klickbar)
-->Link: 'http://www.trotz-allem.de/peter.htm'

Ich glaube das sagt alles.

So, Herr Söder, Ausgehverbot nach 20 Uhr ist also ihre Lösung?